Peter
Sperlich: Was ist der instabus®EIB ?
Ich möchte hier eine kurze Einführung für "Häuslebauer"
geben. Also nicht über "Sensoren", "Aktoren"
und "Gruppenadressen" reden bzw. schreiben (Siehe
EIB-Lexikon oder "Erklärung für die Elektrofachkraft").
Diese Begriffe interessieren die Elektrofachkraft (neudeutsch für
Elektriker oder Elektroanlageninstallateur).
instabus ist ein geschützter Begriff der
"EIB-Erfinder-Firmen" Berker, Gira, Jung, Merten und
Siemens und setzt sich aus zwei Wörtern zusammen:
"insta" = installation und "bus"=
Bussystem
EIB ist die Abkürzung für "European Installation
Bus". Seit der globalen Normung auch "Electrical
Installation Bus" genannt. Diese Begrifflichkeit übersetzt
bedeutet wörtlich: Elektrischer Installations-Bus. Soweit hierzu.
Was ist nun der BUS? Und was hat ein Bus
mit der Elektroinstallation zu tun?
Jeder von Ihnen hat schon einmal Bekanntschaft mit einem BUS
gemacht! Und geht sogar täglich damit um. Wo? Im AUTO! Welches Auto
fahren Sie? Besser welches Baujahr? Neueren Datums? Besitzt es einen
sog. "Bordcomputer"? JA? Dann hat ihr Auto einen BUS! Noch
nichts gemerkt? Hat Ihnen der Autoverkäufer damals nicht gesagt?
FRECHHEIT! :-)
Um Ihnen den BUS zu erklären muß ich etwas ausholen:
Also, wir nehmen jetzt einmal an Sie haben ein Auto neueren
Datums. Sagen wir Baujahr '04. Das Fahrzeug ist konkret ein BMW 320i
- und besitzt einen Bordcomputer - und noch viel mehr:
- elektrische Fensterheber - Zentralverriegelung mit Fernbedienung -
Servolenkung - elektrisches Schiebedach - elektrische (evtl.
beheizbare) Außenspiegel - getönte Scheiben
- Radio und CD-Player mit RDS (Radio Durchsagen Service) - ABS
(Anti-Blockier-System)
- elektrische Sitzverstellung mit Memory - Innenspiegel automatisch
abblendend - EPS
- GPS (Satelliten-Navigations-System) - elektronische Wegfahrsperre
- Klima-Anlage - Außentemperaturanzeige - und Bordcomputer
(Quelle http://www.gebrauchtwaren.de/eintraege/bmw.html)
Also um mal gleich was klarzustellen: Wer glaubt der Bordcomputer
steuert die gesamte Elektronik im Auto, der liegt komplett falsch!
Der Bordcomputer sagt der Zündung nicht, wann die Zündkerze das
Benzin-Gemisch entzünden soll. Das macht die Zündelektronik ganz
allein. Die Zündelektronik meldet dem Bordcomputer nur, wenn an ihr
irgendwas nicht in Ordnung ist. Auch lässt der Bordcomputer nicht
das Birnchen des hinteren rechten Blinklichtes aufleuchten. Das
Display des Bordcomputers meldet nur dann etwas vom Blinklicht, wenn
das Birnchen defekt ist!
Warum ich Ihnen das klar machen möchte?
Ganz einfach:
- Im Auto existiert genauso wenig ein zentraler Computer, der
das "Auto" steuert wie beim "intelligenten
Haus" mit instabus®EIB!
- Die einzelnen Komponenten (Motorelektronik, Klimaanlage, GPS
usw.) arbeiten selbstständig (autark). Beim instabus®EIB
ist das genauso!
- Im Auto werden die Informationen von einer Elektroniksteuerung
zu einer anderen auch auf einem BUS weitergeleitet. Nur spricht
man beim Fahrzeugkauf nicht davon.
Wie viel Zeit verbringen Sie in Ihrem Auto? Also ich fahre täglich
20 Minuten zur Arbeit und die gleiche Zeit wieder zurück. Manchmal
länger, wenn ich etwas erledigen oder einkaufen muß.
Ein kleines Rechenbeispiel: Nach Angaben des ADAC
verbringt ein Autobesitzer durchschnittlich 270 Stunden jährlich im Auto. 270 Stunden! Hört
sich viel an. Aber berechnen wir daraus die durchschnittliche
Fahrzeugnutzung pro Tag:
270 Std/Jahr geteilt durch 365 Tage/Jahr ergibt sich eine
Fahrzeugnutzung von 0,74 Std/Tag.
In Minuten umgerechnet also etwa 45 Minuten pro Tag (bei 365
Tagen/Jahr).
Wie lang bin ich täglich im Haus? Wie lang hält sich Ihre
Familie zu Hause auf? 10 Stunden? Länger?
Wenn ich mich im Haus 10x länger aufhalte, warum ist dann beim
Kauf eines Fahrzeugs die Ausstattung und der damit verbundene
Komfort ausschlaggebender, als beim Kauf oder Bau eines Wohnhauses?
Stellen Sie sich vor sie könnten sich den gleichen Komfort ins
Haus bauen den Sie in Ihrem Auto genießen. Und Sie könnten damit
auch noch Energie und somit Kosten sparen; denn Benzin wird wöchentlich
teuerer - Heizöl wird teuerer - Gas wird teuerer.
Kleine Beispiele zum Energiesparen:
- Machen Sie, wenn Sie ein Zimmer lüften die Heizung aus? Mit
instabus®EIB ginge das automatisch.
- Schalten Sie die Heizung ab, wenn Sie ihr Haus als Letzter
verlassen? Der instabus®EIB erkennt Ihre Abwesenheit
automatisch.
- Können Sie Ihre Heizung per Telefon ein- und ausschalten? Ich
wiederhole mich: Der instabus®EIB kann das!
- Wie oft sind Sie schon zum Haus zurück gefahren, weil Sie
dachten das Licht, den Herd oder das Bügeleisen nicht
ausgeschaltet zu haben? Mit instabus®EIB könnten
Sie das per Telefon oder Handy leicht abfragen.
Und das ist keine Zukunftsmusik, wie in den "Medien"
(siehe Wohnbau
mit EIB) oft genannt, sondern seit Jahren Realität! Sie wussten
das nicht? Keine Bange! Wenn Sie noch in der Planung Ihres Hauses
sind, ist das kein Problem.
Das Zauberwort für moderne Bauherren heißt heute
"Intelligentes Haus". Lange Zeit veränderte sich
lediglich die Architektur der Gebäude. Verglichen mit der
technischen Entwicklung in der Automobilindustrie (Bordcomputer,
GPS, elektronische Wegfahrsperre, Alarmanlage, Autotelefon,
elektrische Fensterheber usw.) blieb die Elektroinstallation in
Wohnhäusern auf dem Stand von 1950 stehen.
Von vielen Häuslebauern unbemerkt, bahnte sich seit 15 Jahren
eine technische Revolution im Bauwesen an: Das Stichwort heißt
Europäischer-Installations-Bus (EIB).
Um ein Gebäude "intelligenter" zu machen, wird statt
der klassischen Elektroinstallation mit zahlreichen Leitungen dieses
herstellerunabhängige Bussystem installiert. Über dieses System
"kommunizieren" die im Haus gebräuchlichen
"Gewerke" Beleuchtung, Jalousie, Heizung, Klima und
Alarmsystem. Weltweit entwickeln und produzieren über 120
Hersteller verschiedenste Geräte für dieses Bussystem. (siehe Hersteller
und PDBs)
Diese Thematik findet ihr perfektes Einsatzgebiet in
Niedrig-Energie-Häusern. Denn mit dem EIB können alle technischen
Abläufe im Gebäude gesteuert werden. Ein Tastendruck und schon
fahren sämtliche Rollläden nach oben oder unten. Gleichzeitig
werden alle nicht benötigten Beleuchtungen und Verbraucher
abgeschaltet, die Heizungsvorlauftemperatur geht auf "Standby"
und die Alarmanlage schaltet sich ein. Und das kann alles über
jedes Festnetztelefon oder Handy gesteuert oder kontrolliert werden.
Die Möglichkeit diese Gebäudefunktionen über das Internet rund um
die Welt zu steuern und zu kontrollieren sind ebenfalls mittlerweile
Standard.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass das System jederzeit
unkompliziert den Bedürfnissen der Bewohner angepasst werden kann.
Ohne lästigen Schmutz oder hohe Kosten zu verursachen, wie dies in
der "alten" Elektroinstallation der Fall ist.
© 2005
Verlag Technik - mit freundlicher Genehmigung
Copyright Peter Sperlich 2005
alias PeterPan
Gebäudesystemtechnik ist die Bezeichnung, hinter der sich
eine Fülle verschiedener Disziplinen verbirgt:
- Die Architektur, als Voraussetzung für die Planung
eines Gebäudes.
- Die Elektrotechnik, ohne die so gut wie nichts
funktioniert.
- Die Kommunikationstechnik, die eine Verständigung
zwischen Menschen und Maschinen möglich macht.
- Der Maschinenbau, der diese Maschinen liefert.
- Die Informatik, ohne die programmgesteuerte Abläufe
kaum denkbar sind.
- Die Ökonomie, denn der Aufwand soll auch
wirtschaftlichen sein.
- Der Umweltschutz oder soziale Aspekte, man denke
nur an Energieeinsparung bzw. an behinderten- oder altengerechte
Gebäude.
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Instabus
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