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Prof. Dr. Frederic Vester, Wissenschafter

"Wir sollten weg von den Dämmstoffen und wieder zu dicken Wänden gehen. Hier spielt sicherlich der Baustoff Ziegel eine große Rolle. Seit langer Zeit kämpfe ich ja schon gegen den k-Wert-Fetischismus, der in der Tat sehr wenig bringt und vor allem nichts aus der Umwelt "holt". Überhaupt halte ich den Baustoff Ziegel für außerordentlich wertvoll."

Prof. Willi Dungl, "Gesundheitspapst"

"Es gibt kein besseres Baumaterial als den Ziegel. Durch seine Fähigkeit zu atmen, Feuchtigkeit aufzunehmen und diese auch wieder abzugeben sowie das Vermögen die Raumtemperatur auszugleichen, schafft der Ziegel ein angenehmes und gesundes Raumklima. Dieses wirkt sich selbstverständlich positiv auf alle Lebensbereiche und auf das Wohlbefinden aus."

 

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rainer.jpg (2089 bytes) Prof. Dr. Roland Rainer, Architekt

"Natürliche Architektur beginnt für mich bereits bei der Wahl des Baustoffes. Der Ziegel spielt dabei eine wesentliche Rolle: Er ist heute aktueller denn je, denn er ist flexibel und anpassungsfähig, entspricht den Bedürfnissen nach Natürlichkeit in besonderem Maße und tut durchaus auch allen modernen Ansprüchen, insbesondere in thermischer Hinsicht, Genüge."

 

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Prof. Dr. Bernd Lötsch, Ökologe

"In alte Ziegelbauten können Sie alles ein- und umbauen. Und daß der Ziegel aus thermischen Gründen attraktiv ist, das wurde ja hinreichend dargestellt – als Optimierungsform zwischen Wärmespeicherung und Dämmung. Die passive Solarnutzung steht erst am Anfang, doch alte Kulturen (z. B. der nahe und mittlere Osten) bauten mit Ziegeln Häuser, die perfekte Klimaanlagen waren und ohne eine kWh-Elektriziät ein optimales Innenraumklima schufen."

 

Was sich durch die neue Verordnung für Planer und Verarbeiter ändert

Schon lange in der Diskussion, nun in Kraft: die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV.  Gefragt sind Bauweisen, die der verschärften Norm entsprechen. „Die Ziegelindustrie ist längst soweit. Moderne Produkte erfüllen den EnEV-Standard auch ohne zusätzliche Dämm-Maßnahmen.

Die EnEV ersetzt die noch gültige WSVO. Sie verschärft die Grenzwerte für den Wärmeschutz und fordert ein neues Nachweisverfahren. Danach sinkt der zulässige Wärmebedarf beheizter Gebäude um 25 bis 30 Prozent. Neben dem Dämmen sind flankierende Maßnahmen erforderlich – beispielsweise Heizungsanlagen mit Brennwerttechnik. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Haupteinflussgröße für den zulässigen Energiebedarf ist das Verhältnis von Außenflächen zum umbauten Raum, dem sogenannten A/V-Verhältnis.

  • Einzeln nachgewiesene Wärmebrückendetails an der Gebäudehülle führen zu einem Bonus.

  • Die Wärmeerzeugung unterliegt einem neuen Nachweisverfahren, das den Energieaufwand für Warmwasser berücksichtigt.

  • Die neue Verordnung fordert erstmalig einen Luftdichtheitsnachweis (gemäß DIN V 4109-7) .

  • Ebenso integriert die EnEV Regeln für den sommerlichen Wärmeschutz.

  • Folglich kommt hinzu, dass die Wärmespeicherfähigkeit der Gebäudehülle als Kenngröße mit einfließt.

Der Einfluss der Heizanlage

Der entscheidende Fortschritt der EnEV im Vergleich zur WSVO liegt also in der Integration der Heiztechnik: Die neue Verordnung ersetzt nicht nur die Wärmeschutz-, sondern auch die Heizanlagenverordnung. Zukünftig wird nicht mehr allein der Energieaufwand zur Regelgröße, der zum Heizen in die Räume gelangt, sondern die tatsächlich aufgewendete Primärenergiemenge, die in den Wärme- und Warmwassererzeuger geleitet wird. Daraus folgt: Mit verbessertem Dämmniveau der gesamten Gebäudehülle und optimierter Heizanlagentechnik kann der verschärfte Anforderungsstandard erbracht werden. Je nach gewähltem A/V-Verhältnis wird der Gesamtverbrauch gegenüber der noch gültigen WSVO um 25-30% abgesenkt. Ein Nachteil: Der ganzheitliche Ansatz erschwert den Nachweis, da die Zahl der zu berücksichtigenden Parameter steigt.

Das sogenannte „vereinfachte Bilanzverfahren" basiert auf einer Heizperiodenbilanz gemäß DIN 4108-6, kombiniert mit Bauteilkennwerten. Heizkessel und Anlagentechnik werden mit einem „Primärenergieaufwandszahl ep" genannten Faktor bewertet – dieser ist das Maß für die Effizienz der Heizanlage. Aus diesen Werten und dem zulässigen Wärmebedarf lassen sich die notwendigen Dämmwerte der Bauteile ableiten.

EnEV-gerechte Planung

Größten Einfluss hat nach wie vor ein günstiges A/V-Verhältnis. Abgewinkelte Flachdach-Bungalows bieten das denkbar schlechteste A/V-Verhältnis, Mehrgeschosswohnbauten mit kompakter Gebäudeform stehen vergleichsweise gut da. Energieeffizientes Bauen beginnt also bereits mit der Wahl des Baukörpers.

Für den Nachweis bieten einige Baustoff-Hersteller entsprechende Hilfen an. Es ist erforderlich, sich bereits in der Planungsphase auf eine Bauweise festzulegen, z. B. monolithisch (ggf. mit Zusatzdämmung) oder zweischalig. Die unipor-Ziegel-Gruppe entwickelte eine einfach nutzbare Dimensionierungshilfe, abrufbar im Internet unter www.unipor.de. In drei Schritten berechnet das Programm EnEV-gerechte Wandbildner. Der Weg: Den Haustyp (Einfamilienhaus bis großes Mehrfamilienhaus), das Heizsystem und das Luftdichtheitsniveau festlegen. Daraus errechnen sich die erforderlichen U-Werte (früher k-Werte) für Wand, Fenster, Dach und Boden. Auch erforderliche Bauteilabmessungen (Wanddicke) werden zur Auswahl aufgezeigt. Aus diesen Angaben stellt das Programm mögliche Ziegeltypen zusammen (z. B. Hochlochziegel Hlz d=30 cm mit l = 0,16 W/mK). Den Nachweis erleichtert ein pragmatisches und anschauliches Programm zum Monatsbilanzverfahren der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel (Bonn).

Droht der Nachweis zu scheitern, bietet sich der ausführliche Rechenweg nach DIN V 4701-10 an. Beide Nachweisverfahren werden voraussichtlich zum Jahreswechsel 2001/2002 zur Verfügung stehen. Oftmals ergeben sich deutlich niedrigere Energieaufwandszahlen. Eine weitere Alternative ist der exakte Nachweis von Wärmebrücken. Im vereinfachten Verfahren schlagen diese pauschal mit dem Zuschlag-Faktor „0,1 mal Hüllfläche" zu Buche, einzeln nachgewiesen ist ihr Einfluss meist weitaus geringer. Bei der Berechnung hilft ein Wärmebrückenatlas. Bei Sanierungen im Gebäudebestand enthält die EnEV ebenfalls Handlungsbedarf.

Ziegel erfüllen die EnEV

Ausführungssicheres, den Plänen entsprechendes Arbeiten auf der Baustelle bekommt größeres Gewicht. Damit das Bauwerk tatsächlich luftdicht und die Dämmung funktionstüchtig bleibt, ist insbesondere auf die sorgfältige Ausführung der Anschlussdetails zu achten.

Neuere Ziegelprodukte mit Lambda-Werten von 0,16 bis zu 0,11 W/mK erfüllen in Abhängigkeit von A/V die EnEV schon in einschaliger Bauweise. Im Mehrfamilienhausbau steht mit schlanken Ziegelwänden, kombiniert mit einem Wärmedämm-Verbundsystem, eine Alternative bereit. Füll- und Schalungsziegel ermöglichen erhöhten Schallschutz durch das Verfüllen mit Beton. Das von unipor propagierte Mittelbettmauerwerk reduziert zudem die Wärmebrücke „Mörtel" – bei gleichzeitig rationelleren Arbeitsabläufen.