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HEIMAUTOMATION UND MULTIMEDIA
Satellitentechnik
Einige grundlegende Informationen für angehende Bauherrn.


Bestimmung der Teilnehmer einer Anlage

Kein Durchschleifen möglich


Gibertini Spiegel

In der Sat-Technik können die Leitungen nicht mehr einfach durchgeschleift werden, sondern jede Stelle, an der ein TV oder Radioprogramm empfangen werden soll, muss über einen Receiver verfügen und somit auch über eine eigene Leitung von der Sat-Anlage. Soll z.B. Fernseher und Videogerät betrieben werden und am Video soll ein anderes Programm aufgenommen werden, als am TV geschaut wird, benötigt man entweder einen Twin Receiver ( mit zwei Empfangsteilen), oder zwei einzelne Receiver. Werden zwei  Geräte eingesetzt, sollte drauf geachtet werden, dass beide  auf die gleiche Fernbedienung reagieren. Entweder zwei gidentische Geräte kaufen, oder darauf achten, dass an den Receivern die Fernbedienungsfrequenz umgestellt werden kann.
Twin Receiver benötigen auch immer 2 Leitungen von der Anlage.

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Was möchte ich empfangen?

 

 

 

Wer sich für den Satelliten-Empfang entscheidet, hat je nach Aufwand, der betrieben wird, ungeahnte Möglichkeiten. Die Frage ob analog oder digital stellt sich heutzutage eigentlich nicht mehr. Der Preisunterschied zwischen analogen und digitalen Geräten ist mittlerweile so gering, dass bei einer Neuanschaffung nur noch digitale Empfänger in Betracht gezogen werden sollten. Wenn noch analoge Receiver vorhanden sind, spricht jedoch nichts dagegen, diese weiterzuverwenden.

1. Deutsche Programme

Um nur deutsche Programme zu sehen, reicht der Empfang von Astra auf 19,2° Ost vollkommen aus. Dort finden sich 108 digitale deutschsprachige Sender (Stand 05/05) sowie das gesamte Premiere-Paket.

2. Englische Programme

Die Auswahl an englischsprachigen Programmen auf den Satelliten Astra 19,2° Ost und Hotbird 13° Ost ist sehr begrenzt. Unter den 37 empfangbaren Sendern finden sich überwiegend Nachrichten- und Christliche Sender. Um in den Genuss von Serien oder Spielfilmen zu gelangen empfiehlt sich eine weitere Position der Astra-Flotte: 28,2° Ost (Eurobird 1, 28,5° Ost ist mit dem gleichen LNB zu empfangen). Hierbei muss jedoch beachtet werden, das ein problemloser Empfang der Sender der BBC nur im Westen der Republik möglich ist. Je weiter man nach Nordosten kommt, um so größer muss der Durchmesser des Spiegels sein (Freiburg 60cm, Berlin 150-180cm).

3. Russische Programme

Auf der Position Hotbird 13,0° Ost finden sich sieben frei empfangbare Programme in russischer Sprache. Auf Astra senden nur zwei russische Sender (Travel und Russian Hour). Interessant wäre hier noch die Position 5° Ost (Sirius). Hier senden zwei frei empfangbare Programme sowie elf verschlüsselte Sender. Erwähnenswert ist auch noch der Satellit Amos auf der Position 4° West. Hier können elf frei empfangbare Programme in ukrainischer Sprache betrachtet werden. Ebenso elf verschlüsselte Sender in russisch.

4. Türkische Programme

Auf Astra 19,2° Ost kann nur der Sender TRT International empfangen werden. Auf Hotbird steht zusätzlich noch DCTV zur Verfügung. Um mit minimalem Aufwand mehr Programme empfangen zu können bietet sich Eutelsat W3A (7° Ost) an. Hier stehen sieben frei empfangbare und, mit entsprechendem Abo, 50 verschlüsselte Sender zur Verfügung. Mit etwas mehr Aufwand (separater Spiegel) kann auf der Position 42,0° Ost der Satellit Türksat 1C, sowie (mit dem gleichen LNB) Eurasiasat 1 (ebenfalls 42,0° Ost) empfangen werden. Mit einem 100cm-Spiegel stehen hier 67 freie Programme zur Verfügung (Stand 04/26/2005).

 

5. Französische Programme

Auf Hotbird stehen 23 Programme in dieser Landesprache zur Verfügung. Auf Astra 19,2° 15 weitere. Auf beiden Satelliten befinden sich jeweils ca. 90 weitere (verschlüsselte) Sender, die mit entsprechendem Abo empfangen werden können. Um die öffentlich rechtlichen Sender frei zu empfangen, bleibt nur die Ausrichtung der Anlage auf Atlantic Bird 3 auf 5,0° West. Dort sind diese sowohl analog in Secam, als auch digital frei empfangbar.

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Band (Frequenzbereich) 

 

 

 Die  Unterschiede

Für den Satellitenempfang wird (hauptsächlich) zwischen vier Bändern (Frequenzbereichen) unterschieden:

1.      L-Band:

Das L-Band wird umfasst den Frequenzbereich zwischen 1GHz und 2 GHz. In der Fernseh-Satelliten-Technik sehr selten eingesetzt, liegen die Hauptanwendungen dieses Bandes in der Satellitenkommunikation (Iridium), dem GPS-System sowie (terrestrisch) zur Verbreitung von DAB (Digital Audio Broadcasting, digitales Radio)

2.      C-Band

Das C-Band stammt noch aus den Anfängen des Satellitenfernsehens. Es umfasst den Frequenzbereich von ca. 3 GHz -8 GHz, wobei der („fernsehrelevante“) Bereich von 3,6-4,2 GHz für den downlink (vom Satelliten zum Empfänger) und der Bereich von 5,8 GHz - 6,425 GHz für den uplink (von der Sendestation zum Satelliten) benutzt wird. Im direkten Vergleich zum Ku-Band (Beschreibung folgt) ist das C-Band deutlich weniger Wetteranfällig. Aufgrund der relativ niedrigen Frequenz und damit verbundenen (großen) Wellenlänge, sowie der meist niedrigeren Sendeleistung der Transponder werden für den Empfang im C-Band meist sehr große Antennen benötigt (2-3m Durchmesser).

3.      Ku-Band

Das Ku-Band ist in unseren Breiten das für den Fernseh-Empfang wohl wichtigste Band. Der Hauptteil nutzt den Frequenzbereich von 10,7 GHz bis 11,7 GHz (Low Band) und von 11,7 GHz bis 12,75 GHz (High-Band). Die LNBs, die Sie in unserem Shop finden können, arbeiten alle in diesem Frequenzbereich. Der Empfang von Satelliten, die im Ku-Band senden, ist bereits mit kleinen Antennen (ab ca. 40cm Durchmesser) möglich.

  4.      Ka-Band

Das Ka-Band nutzt den Frequenzbereich von ca. 20 GHz bis ca. 36 GHz. Hauptwendung ist derzeit Datenübertragung. Im Bereich von 29,5 GHz bis 30 GHz werden auf Astra 1H bereits Transponderkapazitäten für Datenverkehr vom Anwender zum Satelliten bereitgestellt. Eutelsat stellt mit dem W3A auf 7° Ost dementsprechende Kapazitäten bereit. Bei entsprechender Sendeleistung können die Antennen sehr klein gehalten werden. Einziger Nachteil dieses Frequenzbereiches ist die (noch) teurere Technik.

Je nach Satellit, den Sie empfangen möchten, brauchen Sie entsprechende Technik um die gesendeten Frequenzen umzusetzen. Wie schon beschrieben senden die meisten in Europa empfangbaren Satelliten im Ku-Band. Diese Frequenzen lassen sich jedoch nur mit sehr hohen Verlusten über das Handelsübliche Koaxialkabel weiterführen. Je höher die Frequenz, desto höher wird der Wiederstand (Dämpfung) in elektrischen Leitern. Um die Dämpfung zu verringern, werden die hohen Frequenzen durch das LNB/LNC (LowNoiseBlock / LowNoiseConverter) um eine feste LOF (lokale Oszillatorfrequenz) verringert. Dadurch werden über die Antennenleitung nur „kabeltaugliche“ Frequenzen übertragen (900-2150 MHz). Bei „Universal-LNBs“ beträgt die LOF immer 9750 MHz für das Low-Band und 10600 MHz für das High-Band. Bei entsprechender Spiegelgröße können durch diese Umsetzung Leitungswege bis ca. 100m problemlos realisiert werden.

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Wie viele Endgeräte sollen angeschlossen werden? 

 

1. Single-Anlagen (1-Teilnehmer)

Single-Anlagen lassen sich mit sehr wenig Aufwand realisieren. Da hier die benötigten Kabelwege (und damit die zu erwartende Dämpfung) meist recht gering ausfällt, kann der Spiegeldurchmesser (ausgehend von der Sendeleistung von Astra, 19,2° Ost) relativ klein ausfallen (ab 40cm). Durch den hieraus resultierenden Platzbedarf des Spiegels kann der Aufbau-Ort auch nahezu frei gewählt werden (Balkon, Wand, Dach).

2. Twin-Anlagen (2-Teilnehmer)

2 Teilnehmer können an Universal-Twin-LNBs angeschlossen werden. Diese darf man jedoch nicht mit den alten Dual-LNBs verwechseln. Diese analogen Geräte führen eine sog. Zwischenfrequenzebene (ZF) pro Ausgang (1xH, 1xV). An Universal-LNBs liegen 4 ZF pro Ausgang an, die zum einen über eine Schaltspannung (14V/18V, V und H) und zum anderen über ein auf die Leitung aufmoduliertes 22kHz-Signal (Low/High-Band). Der Spiegel sollte aufgrund der technisch bedingten Verluste eine Nummer größer gewählt werden als bei Single-Anlagen (min. 60cm).

3. Quad-Anlagen (3-4 Teilnehmer)

Die wohl häufigste Anwendung finden diese Anlagen. Da bei vier Teilnehmern in den meisten Fällen schon einiges an Kabel zusammenkommen wird, sollte hier die Spiegelgröße dementsprechend großzügig gewählt werden (85cm). Bis vier Teilnehmer kann auf einen externen Multischalter verzichtet werden, d.h. die Receiver werden direkt an das LNB angeschlossen. Die benötigten LNBs werden als Quad bzw. Quattro-Switch bezeichnet. Hier liegen an allen vier Anschlüssen alle vier Zwischenfrequenzebenen an.

4. Mehrteilnehmer (>4 Teilnehmer)

Um mehr als vier Teilnehmer an die Empfangsanlage anschließen zu können, wird ein Multischalter benötigt. Ohne großen Aufwand (kaskadierung etc.) können hier (je nach Modell) bis zu 24 Teilnehmer direkt angeschlossen werden. Für den Betrieb mit einem Multischalter werden Quattro LNBs gebraucht. Bei Quattro-LNBs liegt an jedem Ausgang eine andere Zwischenfrequenzebene an und der Multischalter sorgt für die Umschaltung auf den jeweiligen LNB-Ausgang.

 - Fortsetzung in kürze -

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Wie viele Satelliten sollen empfangen werden? 

 

 

 

             Grundlagen

Um mehrere Satelliten empfangen zu können benötigt man mehrere Dinge. Zum einen die entsprechende Anzahl an LNBs, sowie die dazugehörige Technik um zwischen diesen umzuschalten. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten

            1. 14V/18V

Dieser „Umschaltbefehl“ wird nur dazu benutzt, um zwischen den (im Ku-Band üblichen) beiden Polarisationen (Vertikal/Horizontal) umzuschalten.

2. 0kHz/22kHz

Bei früheren analogen Anlagen wurde, durch Modulation eines 22kHz-Signals auf die Antennenleitung, ein Relais geschaltet, welches auf eine zweite Satellitenposition umschaltete. Moderne Multischalter für zwei Satelliten schalten ebenfalls auf die zweite Position, wenn kein anderes Schaltsignal mitgesendet wird. Heute wird das 22kHz-Signal dazu benutzt, um in das High-Band zu schalten (Frequenzbereich ab 11,7GHz).

3. Toneburst

Auch als Mini-DiSEqC bezeichnet, ermöglicht es die Umschaltung von zwei Satelliten bei Nutzung aller acht ZF. Die Übertragung des Signals erfolgt digital, indem auf das 22kHz-Signal ein weiteres „Burst“-Signal aufgesetzt wird. Es wird lediglich  unterschieden, ob das Signal permanent gesendet oder getastet wird, weshalb auch nur zwei Positionen damit schaltbar sind. Diese Technik wird jedoch nicht mehr von vielen Herstellern unterstützt.

4. DiSEqC 1.0

Mit dieser Variante des Protokolls DiSEqC (Digital Satellite Equipment Control) können 16 ZF-Ebenen geschaltet werden. Dies ermöglicht den Empfang von vier Satelliten im Low- und im High-Band. Im kompletten Befehlssatz werden die Befehle für Polarisation, Band, Option und Position vorgehalten. Die Umschaltung kann somit komplett digital erfolgen (praktisch erfolgt meistens nur die Umschaltung Option/Position per DiSEqC).

5. DiSEqC 1.1

Die Version 1.1 ist die weiterentwickelte Fassung zu 1.0 und enthält einen erweiterten Befehlssatz. Mit entsprechenden DiSEqC 1.1 kompatiblen Relais sowie passendem Receiver können 256 ZF-Ebenen, was 64 Satelliten entspricht, geschaltet werden.

6. DiSEqC 1.2

Um DiSEqC-Motoren anzusteuern, wird dieses Protokoll benötigt. Es hat außer der Art der Übertragung mit den anderen Versionen nichts gemein. Übertragen werden hier nur die Nummern der Positionen. Die Positionen der jeweiligen Satelliten werden im Motor selbst gespeichert.

7. DiSEqC 1.3

In Zusammenarbeit mit Eutelsat entwickelte die italienische Fa. Stab 1999 das Programm USALS (Universal Satellites Automatic Location System). Dieses Programm (kein Protokoll) wird als Erweiterung des Protokolls DiSEqC 1.2 angesehen. In diesem Zusammenhang wird es als DiSEqC 1.3 bezeichnet. Es muss damit nicht jeder Satellit exakt eingerichtet werden, sondern nur einer. Die übrigen Positionen werden anhand der eigenen Position berechnet.

8. DiSEqC 2.X

DiSEqC 2.X basiert auf Level 1.X und ist zu diesem zu 100% abwärtskompatibel. Die Kommunikation erfolgt bei 2.X-Geräten jedoch bidirektional, was heißt, dass die zu steuernden Geräte eine entsprechende Rückmeldung über den Schaltzustand abgeben. In der Praxis bekommt man davon jedoch nichts mit, d.h. der Receiver sagt nicht, dass Relais y nicht umgeschaltet hat. Sie bemerken dies jedoch recht schnell am fehlenden Bild.

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Multifeed? 

 

 

M.T.I. UNI Quattro LNB - 40mm

oben: Quattro-LNB

                       1. Bedingungen

Um Multifeed (Feed; engl.: Zuführung; hier: der Empfang mehrerer Satelliten) zu  realisieren, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Zum einen gilt für jeden Satelliten, dass in seine Richtung absolut freie Sicht sein muss. Damit mehrere Satelliten mit einem Spiegel empfangen werden können, dürfen deren Orbitalpositionen nicht zu weit auseinanderliegen. Vorrausgesetzt der Unterschied in der Elevation ist nicht größer als 1,5° kann so mit einem Spiegel entsprechender Größe ein Abstand bis ca. 25° realisiert werden (z.B. Astra 19,2° Ost und Amos 4° West). Auch sollte beachtet werden, dass die meisten Receiver nur DiSEqC 1.0 beherrschen (max. 4 Satellitenpositionen). Die meist gewählte Kombination dürfte Astra 19,2° Ost und Hotbird 13° Ost sein. Diese ist als Single-Anlage bereits mit einem 60er-Spiegel (mit kurzen Kabelwegen) problemlos zu realisieren.

2. Technik

Um dem Receiver mehrere Satelliten zugänglich zu machen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder über DiSEqC-Relais (für bis zu vier Teilnehmer) oder über einen entsprechend DiSEqC-fähigen Multischalter (ab vier Teilnehmern). Bei der Relais-Variante übernimmt dieses die Umschaltung zwischen den LNB. DiSEqC-Relais (1.0 oder 2.0) gibt es mit zwei bzw. vier LNB-Eingängen. Es wird pro Receiver ein separates Relais benötigt. Um mehr als vier Teilnehmern eine Anschlussmöglichkeit zu bieten wird ein Multischalter benötigt. Da pro Satellit vier ZF verteilt werden müssen, sind an den Multischaltern entsprechend viele Eingänge zu denen i.d.R. jeweils noch ein terrestrischer hinzukommt. Es gibt Geräte mit fünf (ein Satellit), neun (zwei Satelliten), 13 (drei Satelliten) und 17 Eingängen (vier Satelliten). Diese Geräte lassen sich über das DiSEqC 1.0 Protokoll steuern.

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