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Wie funktioniert
eine Wärmepumpe?
Was versteht man unter einem
Kreisprozess?
Welche Wärmequellen kann ich nutzen?
Welche Betriebsweisen sind mit einer Wärmepumpe
möglich?
Sind Wärmepumpen ökologisch sinnvoll?
Welche Potentiale bieten Wärmepumpen?
Wie
funktioniert eine Wärmepumpe?
Die Wärmepumpe ist eine thermodynamische Heizung, die
es ermöglicht Umweltwärme (gleich gespeicherte
Solarenergie) nutzbar zu machen. Ca. 3 bis 4 Anteile
Umweltenergie und 1 Anteil elektrische Energie werden
als Heizenergie bereitgestellt Die elektrische Energie
ist erforderlich, die bei niedriger Temperatur
vorliegende Umweltenergie von -20°C bis +35°C (Luft)
auf ein für die Heizung (Warmwasser) nutzbares
Temperaturniveau zu "pumpen".
Das Funktionsprinzip der Wärmepumpe ist identisch
dem eines Kühlschrankes. Diese unterscheiden sich im
wesentlichen nur durch das heizen und kühlen. Während
man den Lebensmitteln über den Verdampfer Wärme
entzieht um diese zu kühlen, wird über den Verflüssiger
an der Rückseite des Kühlschrankes Wärme abgegeben.
Bei der Wärmepumpe hingegen wird über den Verdampfer
die Wärme aus der Umwelt (Wasser, Erdreich, Außenluft
oder Abluft) entzogen und über den Verflüssiger dem
Heizsystem zugeführt. Die Wärmepumpe ist mit
angepassten Komponenten und mit mehr
Sicherheitseinrichtungen sowie einer intelligenten,
witterungsgeführten Regelung ausgestattet.
 
Was versteht
man unter einem Kreisprozess?
Als Kreisprozess bezeichnet man den thermodynamischen
Kreislauf der Wärmepumpe. Ein Arbeitsmedium
(nachfolgend Kältemittel genannt) durchläuft in
einem Kreislauf verschiedene Aggregatszustände. Das Kältemittel
wird nacheinander verdampft, verdichtet, verflüssigt
und entspannt.

Dem Wärmequellenmedium Sole, Wasser oder Luft wird
auf einem niedrigen Temperaturniveau mit Hilfe eines Wärmeaustauschers
(Verdampfer) Wärme entzogen. Diese Wärme wird
zusammen mit der vom Verdichter aufgenommenen Energie
(Strom) auf ein höheres Temperaturniveau
"gepumpt" und über den Verflüssiger an das
Heizungswasser abgegeben. Damit dieser Kreislauf
funktioniert, arbeitet die Wärmepumpe mit einem Kältemittel,
auch Arbeitsmedium genannt. Durch die Verdampfung des
Kältemittels wird Wärme aus der Umgebung entzogen
und anschließend mit Hilfe des Kompressors verdichtet
und die Temperatur erhöht. Bei der Nutzung der Wärme
wird das Gas verflüssigt und die Energie an das
Heizungswasser übertragen. Um das Kältemittel von
dem Verflüssigungs- auf den Verdampfungsdruck zu
entspannen ist ein Drosselorgan (Expansionsventil)
notwendig.
Auch wenn man der Meinung ist, Luft mit -20°C hat
nicht viel Energie, muss berücksichtigt werden, dass
der absolute Nullpunkt bei -273°C liegt.
Somit ist nur die Energie erforderlich, um auf +35°C
zu kommen, also nur 55°C Differenz. Deshalb ist es
auch wichtig, dass man eine Flächenheizung einsetzt,
damit die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle
und Wärmenutzung (Heizung) und damit die
aufzuwendende elektrische Arbeit.

Welche Wärmequellen
kann ich nutzen?
Im Großen und Ganzen unterscheidet man folgende Wärmequellen:
» Außenluft
» Erdreich
(Erdkollektor- oder Erdsondenanlage)
» Wasser (Grund- oder
Oberflächenwasser)
Des weiteren können Sie auch die Abluft Ihrer
Wohnungslüftungsanlage mit einer Wärmepumpe (Abluftwärmepumpe)
nutzen. Da der Energiegehalt der Abluft in Abhängigkeit
vom Volumenstrom Ihrer Lüftungsanlage begrenzt ist,
eignet sich diese Art von Wärmepumpe jedoch nur für
Wohnhäuser mit guter Wärmedämmung.
Bei der Wahl Ihrer Wärmepumpe ist die Auswahl der
Wärmequelle entscheidend. Mit Hilfe der folgenden
Punkte erhalten sie einen Überblick über die
jeweilige Wärmequellen.
Außenluft
(Luft/Wasser-Wärmepumpe)
- große Temperaturschwankungen über das Jahr
(-18°C bis +30°C)
- Heizleistung bei tiefster Außentemperatur am
geringsten
- Leistungszahl bei niedriger Außentemperatur am
kleinsten
- Abtauen des Verdampfers bei Außentemperaturen
von -10°C bis +7°C
- kleinere Jahresarbeitszahl im Vergleich zu
Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen
- einfache Installation der Wärmepumpe ohne
Erdarbeiten
- keine Anforderungen an die Größe des Grundstücks
- keine behördlichen Genehmigungen erforderlich
Erdreich
(Sole/Wasser-Wärmepumpe)
- geringe Temperaturschwankungen über das Jahr
(Soletemperatur zwischen -5°C und +5°C)
- Heizleistung über das Jahr nahezu konstant
- Leistungszahl über die Außentemperaturen
nahezu konstant
- kein Abtauen des Verdampfers erforderlich
- hohe Jahresarbeitszahl
- Erdarbeiten bei der Installation der Wärmepumpe
notwendig
- Erdreichkollektor erfordert großes Grundstück
(1,5 bis 2,5-fache der beheizten Fläche)
- Erdwärmesonde anzeige- bzw.
genehmigungspflichtig
Grundwasser
(Wasser/Wasser-Wärmepumpe)
- geringe Temperaturschwankungen über das Jahr
(Wassertemperatur zwischen 7°C und 12°C)
- Heizleistung über das Jahr nahezu konstant
- Leistungszahl über die Außentemperaturen
nahezu konstant
- kein Abtauen des Verdampfers erforderlich
- hohe Jahresarbeitszahl
- Nutzung des Grundwassers erfordert einen Saug-
sowie Schluckbrunnen
- Grundwassernutzung ist genehmigungspflichtig (im
Allgemeinen bei dem Wasserwirtschaftsamt)

Welche
Betriebsweise sind mit einer Wärmepumpe möglich?
monovalent
Hier ist die Wärmepumpe alleiniger Heizwärmeerzeuger
im Gebäude. Diese Betriebsart ist geeignet für alle
Niedertemperaturheizungen bis maximal 60°C
Vorlauftemperaturen.
monoenergetisch
Bei dieser Betriebsart wird die Elektrowärmepumpe
durch eine elektrische Zusatzheizung unterstützt.
Dies ist vor allem bei Luft/Wasser-Wärmepumpen
notwendig, um bei tieferen Außentemperaturen genügend
Heizleistung zur Verfügung zu stellen.
bivalent-alternativ
Die Wärmepumpe liefert bis zu einer festgelegten
Außentemperatur (z.B. 0°C) die gesamt Heizwärme.
Sinkt die Temperatur unter diesen Wert, schaltet sich
die Wärmepumpe ab und der zweite Wärmeerzeuger übernimmt
die Heizung.
bivalent-parallel
Bis zu einer bestimmten Außentemperatur erzeugt
allein die Wärmepumpe die notwendige Wärme. Bei
niedrigeren Temperaturen schaltet sich der zweite Wärmeerzeuger
zu. Im Gegensatz zum bivalent-alternativen Betrieb ist
der Anteil der Wärmepumpe an der Jahresleistung
deutlich größer.
 
Sind Wärmepumpen
ökologisch sinnvoll?
Derzeit werden 95% der Heizwärme durch die
Verbrennung fossiler Brennstoffe bereitgestellt. Mit
dem Einsatz einer Wärmepumpe können Sie direkt zur
Reduzierung des eingesetzten Primärenergiebedarfs
durch die effiziente Nutzung von Umweltwärme
beitragen.
Primärenergieeinsatz für 1
kWh Heizwärme:

Gleichzeitig trägt Ihre Wärmepumpe zur Verminderung
des CO2 - Ausstoßes und damit zur Reduktion des
Treibhauseffektes bei.
CO2-Emission für 1 kWh Heizwärme:

Primärenergieeinsatz und CO2-Emissionen für
1kWh Heizwärme
[Dr. Ing. Kai Schiefelbein; "Neue Entwicklungen
bei Luft/Wasser-Heizungswärmepumpen" KI Ausgabe
9/2000]

Welche Potentiale bieten Wärmepumpen?
Der Primärenergieaufwand zur Stromerzeugung in
Deutschland ergibt sich heute aus dem Faktor 3. Eine
Stromproduktion mit Gas-Kombikraftwerken ist heute
sogar mit dem Faktor 2 möglich. Bei Einsatz von
regenerativ erzeugtem Strom durch Wasserkraft,
Windkraft oder Photovoltaik reduziert sich der Primärenergieanteil
drastisch. Eine Verbesserung der Kraftwerke kommt
automatisch der Primärenergiebilanz der Wärmepumpe
zugute.

Vergleich des Energieflusses
von Wärmepumpe und Brennstoffheizung.
Neben generellen Verbesserungen in der Haustechnik,
die insbesondere durch einen verbesserten Wärmeschutz
zu einer niedrigeren Heizlast führen, können
beispielsweise Flächeheizungen die maximale
Vorlauftemperatur niedrig halten, so dass die Wärmepumpe
deutlich bessere Leistungszahlen erzielt. Die
Wirkungsgradverbesserung (Brennwert) bei Gasheizungen
ist hier nur marginal möglich.
Entwicklungen bei der Wärmepumpentechnologie sind
in Bezug auf den Carnot-Prozess (Kreisprozess der Wärmepumpe)
noch möglich, da neue Verfahren im Kreisprozess die
Effizienz verbessern können und
Komponentenlieferanten bei höheren Stückzahlen
deutlich mehr Entwicklungspotential für einzelne
Bauteile aufwenden können. Bei Gasbrennwertgeräten
wird der Heizwert überschritten (>100%) und
tendiert zum Brennwert, der ca. 7% höher als der
Heizwert liegt. Dies ist möglich, da die im Heizwert
nicht berücksichtigte Latentwärme des Wasseranteils
durch niedrigere Abgastemperaturen genutzt wird.

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